Was Schrauben in einer Flansch­verbindung leisten können  und was nicht

Sechskantschraube ISO 4017 mit Mutter ISO 4032 (Bild: Metlog GmbH & Co. KG)

10.03.2026 Was Schrauben in einer Flansch­verbindung leisten können und was nicht

Verbindungselemente verstehen und sicher einsetzen

von Peter Thomsen (Peter Thomsen-Industrie-Vertretung)

Flanschverbindungen sind Dichtstellen, die immer nur so gut sind wie ihr schwächstes Glied. Muss man das noch betonen? Ja, denn die Praxis zeigt immer wieder, dass der Einsatz von Verbindungsmitteln – entgegen der physikalisch-technischen Grundsätze der Schraubtechnik – nicht einfach zur sicheren Funktion einer Flanschverbindung führt.

Eine Flanschverbindung von Rohrsystemen für flüssige oder gasförmige Medien besteht aus Flanschen oder Gehäusen, Verbindungselementen (Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben) und dem Dichtelement. Alle Bauteile müssen in ihren Eigenschaften und Fähigkeiten aufeinander abgestimmt und montiert sein.

Warum wird bei Versagen zuerst auf die Dichtung geschaut?
Dieser „Automatismus“ hat sich so eingebürgert, weil der Auswahl der Dichtelemente meist die größte Bedeutung beigemessen wird. Das ist aber nicht zielführend, denn das Gesamtsystem muss passen. Ein Dichtelement fällt bei genauer Betrachtung nur dann aus, wenn es

  • nicht beständig gegen Medium und/oder Temperatur ist,
  • ungeeignet für die auftretenden Flächenpressungen ist,
  • zum Fließen neigt oder
  • altert und damit die Vorspannkraft der Verbindungselemente reduziert oder aufhebt.

Lösungspartner

Peter Thomsen-Industrie-Vertretung

Zielgruppen

Konstruktion & Entwicklung, Einkauf, Produktion & Fertigung, Qualitätssicherung, Instandhaltung