Die neue kunststoffummantelte Metalldichtung (Bild: GFD)
10.03.2026 Tradition oder Stand der Technik?
Eine neue kunstoffummantelte Metalldichtung für Verladearme beantwortet diese Frage
In der Dichtungstechnik hört man immer wieder: „Wozu was Neues, haben wir doch schon immer so gemacht.“ Das Beispiel einer neuen Dichtung, die die Abdichtqualität in Drehgelenken für kryogene Anwendungen verbessert, zeigt, dass neue Dichtungslösungen ein hohes Potenzial für aktuelle und kommende Aufgabenstellungen haben.
Flüssigerdgas LNG (Liquefied Natural Gas) wird hauptsächlich mit Tankschiffen transportiert. Diese werden über Verladearme be- und entladen, die an den Schiffen über spezielle Anschlüsse andocken. Diese Verladearme werden hydraulisch an die Schiffe geschwenkt und müssen während der Be- und Entladedauer den Bewegungen der Wasseroberfläche, wie z.B. dem Tidenhub, folgen können. Dafür sorgen die Drehgelenke zwischen den Rohrleitungen. Spezielle Dichtungen sind die system- und funktionskritischen Bauteile im Drehgelenk. Sie stellen sicher, dass der Transport des Mediums bei Temperaturen von -164 °C und einem hohen Systemdruck leckagefrei durch das Gelenk erfolgt. Die Dichtungen, die generell im Kraftnebenschluss arbeiten, bestehen aus einer Dichthülle, die aus einem Kryogen-geeigneten Kunststoff hergestellt wird. Die Vorspannung erledigt eine Vollkontaktfeder, die in die Hülle montiert ist (Bild 1). Diese Primär- oder auch Mediumsdichtung sitzt nahe am lichten Innendurchmesser der Verladegelenke und erfährt den direkten Kontakt zum Medium. Oftmals muss sie mit einem metallischen Versteifungsring ausgerüstet werden, um den individuellen Betriebsbedingungen im Gelenk standzuhalten.
