(Bild: AdobeStock_Victor)
10.03.2026 „Entscheidungsnebel“ beim 3D-Druck? Der lässt sich lüften
Ein Ansatz, den 3D-Druck auch für Bauteile mit Dichtfunktion effektiv einzusetzen
Für 3D-gedruckte Funktionsteile, wie z.B. Dichtungen, gibt es heute Standardverfahren, die eingesetzte Technik funktioniert und Projekte sind Audit-tauglich. Allerdings stecken Beschaffungspraxis und Angebotslogik oft in alten Mustern und in einem gewissen „Entscheidungsnebel“ fest. Die Analyse typischer Industrieaufträge zeigt aber, wie und wo Kostenfallen entstehen und wo sie vermeidbar sind. Beispiele aus der Praxis zeigen, wie Unternehmen von externem Prototyping zeitlich und finanziell deutlich profitieren.
Start of Production (SOP) ohne Leerlauf
Ein Tier-1-Zulieferer brauchte passgenaue Kabelhalter für den Serienanlauf. Statt auf die Muster des Herstellers zu warten, wurden CAD-Daten digital übergeben, die Teile additiv produziert und revisionssicher dokumentiert. Die Teile lagen nach rd. 48 h vor. Das Ergebnis: Gegenüber konventioneller Einzelteilfertigung sanken die Prototypenkosten um 60 bis 70% (ca. 180 bis 300 € gedruckt vs. 600 bis 1.000 € gefräst, inkl. Rüst-/Expresskosten). Der SOP-Zeitplan gewann zwei bis drei Wochen. Der größte Hebel war, dass mit frühen Passform-Checks späte, teure Änderungsschleifen vermieden werden konnten. Hätte das Teil eine abdichtende Funktion benötigt, hätte die gewonnene Zeit z.B. für Funktionstests und eventuelle Anpassungen genutzt werden können.
